Instrumentalisierung bedeutet, eine Person als bloßes Mittel zu behandeln — als Werkzeug für einen Zweck, statt sie als Jemand mit eigenem Wert zu achten. Sie ist die paradigmatische Verletzung der Personalistischen Norm, die fordert: Die menschliche Person ist um ihrer selbst willen zu bejahen und zu lieben.

Instrumentalisierung als praktische Personvergessenheit

Instrumentalisierung ist eine Form der praktischen Personvergessenheit: Sie zeigt sich nicht in einer falschen Theorie über den Menschen, sondern im konkreten Umgang mit Personen. Wer einen Menschen instrumentalisiert, behandelt ihn als Ware, als Funktionsträger oder als Mittel zur Erreichung eigener Ziele — und verkennt damit, dass die Person ein ens per se ist, ein eigenständig Seiendes mit unverlierbarer Würde.

Die Instrumentalisierung kann offenkundig sein — etwa in der Folter oder im Menschenhandel. Sie kann aber auch subtile Formen annehmen: wenn ein Unternehmen Mitarbeiter ausschließlich über ihren Nutzen definiert, wenn Menschen auf ihre soziale Rolle reduziert werden oder wenn das Gewissen zum Schweigen gebracht wird, um Effizienz nicht zu gefährden.

Beispiele aus der Ontologie

Konkrete Formen der Instrumentalisierung, die in der Personalontologie erfasst werden:

  • Leihmutterschaft: Die austragende Frau wird in ihrer Leiblichkeit zum Produktionsmittel degradiert, das Kind zum Gegenstand eines Vertrags gemacht und damit zur Ware. Dies spaltet die leiblich-personale Einheit von Mutterschaft auf.
  • Leihmutterschaftsvertrag: Ein Vertrag, der die Person (das Kind) zum Objekt eines Rechtsgeschäfts macht. Ein solcher Vertrag ist sittlich nichtig, weil die Person niemals Vertragsgegenstand sein kann.

Aufdeckung durch das Gewissen

Die Ontologie erfasst auch den Gegenpol: Das Gewissen kann Instrumentalisierung aufdecken. Wo eine Person erkennt, dass andere Menschen als bloße Mittel behandelt werden, entsteht die sittliche Pflicht zum Widerspruch — bis hin zum Whistleblowing.

Quellenangaben: Bexten 2017, S. 298–301 (Personvergessenheit als Instrumentalisierung).

Weitere Quellen:

  • Kant, Immanuel (1785): Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Akademie-Ausgabe Bd. IV, S. 429 (Selbstzweckformel: Handle so, dass du die Menschheit nie bloß als Mittel brauchst).
  • Wojtyła, Karol (1960): Liebe und Verantwortung. Towarzystwo Naukowe KUL, Lublin (Personalistische Norm: die Person ist um ihrer selbst willen zu bejahen).

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