Transhumanismus

Eine ideologische Strömung, die die technologische Überwindung der menschlichen Natur anstrebt. Der Transhumanismus hält das Personsein des Menschen für defizitär und will es durch Technologie „verbessern” — eine Form der theoretischen Personvergessenheit.

Warum der Transhumanismus das Personsein verkennt

Aus Sicht der Personalontologie beruht der Transhumanismus auf einem grundlegenden Irrtum: Er behandelt das Personsein, als wäre es ein Zustand, der optimiert werden könnte. Doch das Personsein ist Erste Wirklichkeit (prote energeia) — nicht Resultat einer Optimierung, sondern eines Seinsaktes. Die Person ist von Anfang an das Vollkommenste in der gesamten Natur (Thomas von Aquin). Was der Transhumanismus als „Verbesserung” anstrebt — Steigerung kognitiver Fähigkeiten, Verlängerung des Lebens, Verschmelzung mit Maschinen —, betrifft das Personverhalten (die Zweite Wirklichkeit), nicht das Personsein selbst.

Transhumanismus und Personvergessenheit

Der Transhumanismus ist eine Personvergessenheit auf doppelte Weise:

  1. Theoretisch: Er verkennt die Würde der Person, indem er sie für verbesserungsbedürftig hält. Die Würde gründet aber im Sein, nicht in der Leistungsfähigkeit.
  2. Praktisch: Die technologische „Verbesserung” schafft neue Formen der Ungleichheit — wer sich die Optimierung leisten kann, wird zum „besseren” Menschen. Geld und Macht entscheiden dann über den Wert des Menschen — eine Instrumentalisierung, die die Personalistische Norm verletzt.

Die wahre Vervollkommnung der Person

Die Personalontologie kennt durchaus eine Vervollkommnung — aber sie liegt in der Dritten Dimension: in der sittlichen Entfaltung durch Erkenntnis, Tugend und Liebe. Diese Vervollkommnung geschieht nicht durch Technologie, sondern durch freies personales Handeln — durch das Gewissen, das die Person auf das Gute hin ausrichtet. Der Transhumanismus verwechselt technische Steigerung mit sittlicher Vervollkommnung.

Transhumanismus und Künstliche Intelligenz

Die Vision einer Verschmelzung von Mensch und Künstlicher Intelligenz ist die konsequenteste Form des transhumanistischen Irrtums. Sie setzt voraus, dass der Unterschied zwischen Person und Maschine graduell ist — dass also genug Technologie die Grenze zwischen Jemand und bloßem Etwas aufheben könnte. Die Ontologie widerspricht: Person und KI sind disjunkt — nicht verschiedene Grade, sondern verschiedene Seinsweisen (vgl. KI-Ethik).

Ontologische Einordnung:

Siehe auch: