George Edward Moore (1873—1958)

George Edward Moore ist ein britischer analytischer Philosoph, der in seinen Principia Ethica (1903) den sog. Naturalistischen Fehlschluss (naturalistic fallacy) formulierte. Im Buch wird seine These kritisch eingeordnet und als Ausdruck einer Sein-Sollen-Dichotomie zurückgewiesen, die auf einem positivistischen Naturbegriff beruht.

Der Naturalistische Fehlschluss

Moore behauptete, dass “gut” nicht in natürlichen Eigenschaften definiert werden könne — jeder Versuch, dies zu tun, begehe den naturalistic fallacy. Diese These wurde zusammen mit Humes Sein-Sollen-Trennung zum Fundament der modernen analytischen Ethik. Die Dissertation zeigt jedoch, dass Moores These auf einem verengten Naturbegriff beruht und dass objektive Werte zum Sein der Wirklichkeit selbst gehören (vgl. Bexten 2017, S. 115, 232, 241).

William K. Frankena (1908—1994) wies zudem nach, dass Moores sog. Naturalistischer Fehlschluss kein genuiner Naturalistischer Fehlschluss ist, sondern ein Paralogismus der Definition (definist fallacy): Der Fehler liegt nicht im Schluss von Natur auf Wert, sondern in der Verwechslung zweier Eigenschaften auf der Ebene der Definition (vgl. Naturalistischer Fehlschluss; Frankena 1939, S. 467—475; Bexten 2017, S. 241).

Konsequenzen für den Personbegriff

Wenn Moores These gälte, besäße die Person keinen ontologisch zureichenden Grund für unveräußerliche Rechte — etwa das Recht auf Leben und Unversehrtheit, das Recht, nicht instrumentalisiert zu werden. Der substanzontologisch-relationale Personbegriff widerspricht dem: Die Würde des Menschen gründet in seinem Sein, nicht in seiner Leistung. Die Personalistische Norm ist die einzig angemessene Wertantwort auf das Sein der Person (vgl. Bexten 2017, S. 116).

Stellung im Buch

Moore wird in Kapitel 3: Personbegriff und Kapitel 4: Personsein besprochen. Seine These dient als Kontrastfolie zur realistisch-phänomenologischen Wertphilosophie Hildebrands, Seiferts und Spaemanns.

Siehe auch