Streit

Ein interpersonaler Konflikt, in dem Personen in Gegensatz zueinander geraten. Streit unterscheidet sich vom Krieg durch seine interpersonale, nicht organisierte Form — er findet zwischen konkreten Personen statt, nicht zwischen Gruppen oder Staaten.

Konstruktiver und destruktiver Streit

Streit ist nicht in sich schlecht. Aus personalontologischer Sicht muss unterschieden werden:

  • Konstruktiver Streit dient der Wahrheit: Wenn Personen um die rechte Einsicht ringen, kann Streit ein Weg zur Erkenntnis sein. Philosophischer Disput, sachliche Auseinandersetzung, das Ringen um die bessere Lösung — all dies ehrt die Rationalität und Wahrheitsfähigkeit der Person.
  • Destruktiver Streit verletzt die Würde: Wenn der andere nicht mehr als Jemand angesehen wird, der eine berechtigte Perspektive haben könnte, sondern als Feind, den es zu besiegen gilt, wird Streit zur Instrumentalisierung. Die Person des Gegners wird zum bloßen Hindernis — eine Form der Personvergessenheit.

Streit und die Personalistische Norm

Die Personalistische Norm verlangt, die Person auch im Streit als Person zu behandeln — um ihrer selbst willen zu bejahen, auch wenn man ihre Position ablehnt. Das Gewissen ist der innere Maßstab, der im Streit die Grenze zwischen sachlicher Auseinandersetzung und persönlicher Verletzung markiert.

Vom Streit zum Frieden

Der Weg vom destruktiven Streit zum Frieden führt über Wiedergutmachung und Sühne: Wo im Streit die Würde verletzt wurde, muss der Schaden geheilt und die sittliche Ordnung wiederhergestellt werden. Dies setzt Freiheit, Selbstbewusstsein und die Bereitschaft zur Liebe voraus — Fähigkeiten, die nur einer Person zukommen.

Ontologische Einordnung:

Siehe auch: