Interpersonalität

Interpersonalität bezeichnet die wesenhafte Bezogenheit der Person auf andere Personen. Die menschliche Person ist nicht als isolierte Monade zu verstehen, sondern als ein Wesen, das kraft seiner geistigen Natur auf Selbsttranszendenz hin angelegt ist: Sie kann aus sich herausgehen, den anderen als Person erkennen und sich ihm in Liebe zuwenden. Diese Fähigkeit zur Selbsttranszendenz setzt die Substanzialität der Person gerade voraus — nur wer bei sich selbst ist, kann sich wahrhaft einem anderen schenken. Die Interpersonalität entfaltet sich besonders in der dritten Dimension des Personseins, wo die Person in der liebenden Hinwendung zum Du ihre höchste Verwirklichung erfährt (vgl. Bexten 2017, S. 185—200).

Ontologische Einordnung: Oberbegriff: Interpersonale Relation

Ontologische Beziehungen:

  • wird vorausgesetzt von: Communio Personarum
  • ist gleichursprünglich mit: Geistiges Sein (Interpersonale Relation)

Interpersonale Relation

Das relationale Sein der Person, das zusammen mit dem geistigen Substanzsein gleich ursprünglich ist. “Personen gibt es nur im Plural” (Spaemann, 1998, S. 87, 248). Die Interpersonale Relation ist kein nachträglicher Zusatz zum substantiellen Sein der Person, sondern gehört gleich ursprünglich zu ihrem Wesen.

Die Interpersonale Relation ist ontologisch ein Akzidenz — aber ein Akzidenz besonderer Art: Es gehört notwendig zum Wesen der Person, relational zu sein, auch wenn die einzelne Relation akzidentell ist. Die Person ist ihrem Wesen nach auf ein Du hin geöffnet. Die verschiedenen Formen interpersonaler Relationen — Personale Liebe, Freundschaft, Ehe, Elternschaft, Verantwortung, Communio Personarum — sind Konkretisierungen dieses Grundbezugs (vgl. Bexten 2017, S. 193–210).

Ontologische Einordnung:

Ontologische Beziehungen:

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Personsein

Siehe auch: Interpersonalität, Geistiges Sein, Communio Personarum, Personale Liebe, Person, Substanz, Akzidenz, Liebesvermögen, Selbsttranszendenz, Robert Spaemann

Siehe auch: