Die Familie ist die ursprünglichste und natürlichste Form der Communio Personarum. In ihr wird die Person empfangen, geboren, geborgen und in der Entfaltung aller drei Dimensionen des Personseins begleitet. Die Familie gründet in der Ehe und ist der primäre Ort der Generativität — der Weitergabe personalen Lebens.

Sie ist der Raum, in dem die Elternschaft ihre Verantwortung für die Erziehung wahrnimmt und in dem das Kind die grundlegenden interpersonalen Beziehungen erfährt. Die Familie ist nicht bloß eine soziale Konvention. Sie entspricht der Natur der menschlichen Person als leiblich-geistiges Wesen, das auf Gemeinschaft hin angelegt ist. Die Wohnung bildet ihren geschützten räumlichen Rahmen.

Ontologische Einordnung: Oberbegriff: Communio Personarum

Ehe

Die Ehe ist die umfassende interpersonale Ganzhingabe zwischen Mann und Frau, in der sich die Hingeordnetheit der Person auf das personale Du leiblich-geschlechtlich konkretisiert. Sie ist keine bloße vertragliche Bindung, sondern ein personaler Akt der Liebe, der auf Dauer und Ausschließlichkeit angelegt ist und der Empfängnis neuen personalen Lebens offen steht.

In der Ehe verwirklicht sich die bräutliche Bedeutung des Leibes in ihrer vollen Gestalt. Die Sprache des Leibes wird zum Ausdruck der totalen Selbsthingabe. Die Ehe ist das Fundament der Familie und damit der ursprünglichsten Form der Communio Personarum. Aus ihr geht die Elternschaft hervor, in der die Zeugung neuen personalen Lebens ihren natürlichen Ort hat.

Ontologische Einordnung: Oberbegriff: Interpersonale Relation

Freundschaft

Die Freundschaft ist eine auf freier Wahl beruhende dauerhafte wechselseitige Bejahung zweier Personen. Anders als die familiären Beziehungen, die durch Geburt gegeben sind, beruht die Freundschaft auf einem freien Akt der zweiten Dimension des Personseins. In der Freundschaft erkennen sich zwei Personen als Jemand an und bejahen einander um ihrer selbst willen. Sie ist eine Form der Liebe, die auf Dauer angelegt ist und in der die Personen einander in ihrer Würde achten. Die Freundschaft verwirklicht die interpersonale Dimension des Menschseins jenseits der ehelichen und familiären Beziehungen.

Ontologische Einordnung: Oberbegriff: Interpersonale Relation

Quellenangaben: Bexten 2017, S. 261, 263, 265, 269 (Interpersonalität und Gemeinschaft), S. 282 (communio personarum).

Weitere Quellen:

  • Thomas von Aquin: Summa Theologiae, II-II, q. 57, a. 4 (Recht der Eltern und natürliche Ordnung der Familie)

Siehe auch