Ontologische Würde

Die ontologische Würde ist jener unverlierbare Wert, der der Person allein dadurch zukommt, dass sie existiert. Sie ist vom qualitativen Wert zu unterscheiden, der durch freies Handeln in der dritten Dimension wachsen oder schwinden kann. Die ontologische Würde gründet nicht in dem, was die Person tut oder kann, sondern in dem, was sie ist: ein Jemand, ein substanzielles Ganzes mit geistiger Natur, das Vollkommenste in der gesamten Natur.

Diese Unterscheidung ist für die Frage nach dem Personsein von entscheidender Bedeutung. Denn sie zeigt, warum auch der Embryo, der demenzkranke Mensch oder der Mensch im Koma dieselbe Würde besitzt wie jeder andere Mensch: Ihre ontologische Würde hängt nicht von der aktuellen Ausübung personaler Fähigkeiten ab, sondern von ihrem Sein als Person in der ersten Dimension. Der empirisch-funktionalistische Personbegriff, der Personsein an aktuell ausgeübte Fähigkeiten bindet, kann diese Würde nicht begründen. Nur der substanzontologische Personbegriff vermag die Unverlierbarkeit der ontologischen Würde zu sichern.

Ontologische Einordnung: Oberbegriffe: Würde, Urphänomen

Siehe auch: