Die Erfahrung von Schmerz, Verlust oder Übel, die die ganze Person betrifft — leiblich, seelisch, geistig. Leid kann durch Krankheit, Schuld, Ungerechtigkeit oder den Verlust geliebter Personen verursacht werden. Es berührt die Person in ihrer Ganzheit und verweist auf ihre Verletzlichkeit und Kontingenz.

Leid und Kunst

Die größte Kunst der Menschheitsgeschichte entspringt der Erfahrung von Endlichkeit, Verlust und der Frage nach dem Sinn des Leidens. KI hat keine Sterblichkeit, kein Leid, keine Verletzlichkeit — sie kann Muster des Leidens reproduzieren, aber sie hat keinen existenziellen Einsatz: Nichts steht für sie auf dem Spiel. Die Tiefe menschlicher Kunst gründet in der Erfahrung, dass das eigene Sein nicht notwendig ist.

Leid und Würde

Auch im Leid bleibt die ontologische Würde der Person unverlierbar. Leid kann die Person nicht auf ein bloßes Objekt reduzieren. Die Personalistische Norm fordert, leidende Personen gerade in ihrer Verletzlichkeit zu bejahen.

Ontologische Einordnung:

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Was ist menschliches Personsein?

Quellenangaben: Bexten 2017, S. 239, 254 (Verletzlichkeit und Erste Dimension), S. 271–289 (Dritte Dimension und sittliche Vervollkommnung).

Siehe auch