Eugenische Selektion bezeichnet die Auswahl menschlicher Personen nach genetischen Wunschmerkmalen. Sie verbindet PGT), Transhumanismus und Personvergessenheit in einer gemeinsamen Logik: Der Mensch wird nicht um seiner selbst willen bejaht, sondern nach dem Maßstab erwünschter Eigenschaften bewertet.

Historische und aktuelle Formen

Die eugenische Idee hat eine lange und belastete Geschichte — von den Zwangssterilisierungsprogrammen des 20. Jahrhunderts bis zu den heutigen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin. Die Mittel haben sich geändert, die Grundlogik nicht: Menschliches Leben wird nach Merkmalen sortiert.

Aktuelle Formen eugenischer Selektion umfassen:

  • Präimplantationsdiagnostik (PGT-A, PGT-P): Auswahl von Embryonen nach genetischem Befund oder polygenem Risikoscore.
  • Nicht-medizinische Geschlechtswahl: Embryonenselektion nach Geschlecht aus Wunschgründen.
  • Savior-Sibling-Selektion: Auswahl eines Embryos als Gewebespender für ein krankes Geschwisterkind.

Personalontologische Einordnung

Eugenische Selektion ist eine Form der praktischen Personvergessenheit: Die Person wird nicht als Jemand angenommen, der um seiner selbst willen da ist, sondern als Träger von Merkmalen bewertet. Das widerspricht der Personalistischen Norm (Wojtyła): Die menschliche Person darf niemals bloßes Mittel sein, sondern ist stets Zweck an sich.

Jeder Embryo ist von der Befruchtung an menschliche Person mit voller ontologischer Würde — in der Ersten Dimension, als Prote Energeia. Die Selektion nach Merkmalen verkennt diesen ontologischen Sachverhalt und reduziert die Person auf ihre biologischen Eigenschaften.

Ontologische Einordnung

Oberbegriffe: Praktische Personvergessenheit

Ontologische Beziehungen:

Kapitelzuordnung: Kapitel 5: Personvergessenheit

Siehe auch

Quellenangaben: Bexten 2017, S. 195 ff. (Personvergessenheit und Personwürde).