Das Gute
Das Gute (bonum) ist in der thomistischen Tradition eine transzendentale Eigenschaft des Seienden: Alles, was ist, ist insofern es ist, auch gut. Das Gute und das Seiende sind dasselbe der Sache nach, unterscheiden sich aber dem Begriff nach — ens et bonum convertuntur. Für die Personalontologie ist dieser Zusammenhang von Sein und Gutsein grundlegend: Weil die Person das Vollkommenste in der gesamten Natur ist, kommt ihr auch der höchste geschöpfliche Gutheitswert zu.
Das Gute ist zugleich das, worauf der Wille wesenhaft ausgerichtet ist. Der Mensch kann sich nur zum Guten oder zu dem, was ihm als gut erscheint, entschließen — selbst wer das Böse wählt, wählt es unter einem Aspekt des Guten. In der dritten Dimension des Personseins verwirklicht sich das sittlich Gute durch die freie Entscheidung, die Personalistische Norm zu achten: die Person um ihrer selbst willen zu bejahen. Die Tugend ist die beständige Haltung, das wirklich Gute zu erkennen und zu tun.
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