Denken

Der Begriff „Denken” ist mehrdeutig und wird in der alltäglichen wie philosophischen Sprache in sehr verschiedenen Bedeutungen gebraucht. Die Dissertation unterscheidet unter anderem zwischen Denken als bloßem Meinen, als logischem Schließen, als Einsicht in Wesensnotwendigkeiten und als Selbstbewusstsein (Bexten 2017, S. 38 ff.). Diese Unterscheidung ist wichtig, weil ein verkürzter Denkbegriff — etwa die Gleichsetzung von Denken mit neuronaler Aktivität — das geistige Wesen der Vernunft verfehlt. Echtes Denken im vollen Sinne ist ein geistiger Akt, der auf Erkenntnis von Wahrheit ausgerichtet ist.

Denken als Zweite Wirklichkeit

In der Ontologie des Personseins ist aktuelles Denken eine Zweite Wirklichkeit (deutera energeia): die Ausübung eines Vermögens, das in der Ersten Wirklichkeit — dem substanziellen Personsein — grundgelegt ist. Denken setzt die Zweite Dimension voraus, in der die Person ihre Rationalität und Wahrheitsfähigkeit aktuell ausübt.

Denken und Künstliche Intelligenz

Die Unterscheidung von echtem Denken und bloßer Informationsverarbeitung ist heute besonders relevant: Künstliche Intelligenz kann Muster erkennen und Sprache produzieren, aber sie denkt nicht im personalen Sinne. Ihr fehlt die Innerlichkeit, die Intentionalität und das Selbstbewusstsein, die echtes Denken kennzeichnen. Wer beides gleichsetzt, begeht eine Form der Personvergessenheit (vgl. KI-Ethik).

Ontologische Einordnung:

Siehe auch: