Roman Ingarden ist ein polnischer Phänomenologe und Schüler Edmund Husserls, der eine differenzierte Seinsanalytik entwickelt hat. In der Dissertation werden seine acht Seinsbegriffe (acht Seinsbegriffe) herangezogen, um den existenzialen Status des Personseins genauer zu bestimmen. Ingardens Unterscheidungen zwischen verschiedenen Seinsmodi und Existenzformen ermöglichen es, das Personsein ontologisch präzise einzuordnen — jenseits einer rein phänomenologischen Beschreibung und innerhalb eines differenzierten seinsphilosophischen Rahmens.
Die acht Seinsbegriffe Ingardens gliedern sich in vier Eigenschaftspaare der Existenzform, die jedem Seienden zugeordnet werden können: Seinsautonomie vs. Seinsheteronomie, Seinsursprünglichkeit vs. Seinsabgeleitetheit, Seinsselbständigkeit vs. Seinsunselbständigkeit sowie Seinsunabhängigkeit vs. Seinsabhängigkeit (Bexten 2017, S. 139–143). In der Dissertation dient diese Analytik dazu, die menschliche Person als seinsautonomes, aber seinsabgeleitetes Seiendes zu bestimmen — im Unterschied zum absoluten Sein einerseits und zum bloß intentionalen Sein andererseits. Ingarden steht damit neben Hedwig Conrad-Martius als Vertreter einer realistischen Phänomenologie, die den ontologischen Realismus gegen Husserls transzendentalen Idealismus verteidigt.
Quellenangaben: Bexten 2017, S. 139—143 (Ingardens acht Seinsbegriffe zur ontologischen Bestimmung des Personseins).
Weitere Quellen:
- Der Streit um die Existenz der Welt (1964/65). Tuebingen: Niemeyer (Acht Seinsbegriffe zur ontologischen Bestimmung des Personseins)
Siehe auch
- Edmund Husserl
- Hedwig Conrad-Martius
- Edith Stein
- Adolf Reinach
- Thomas von Aquin
- Aristoteles
- Seinsmodus
- Existenzform
- Phänomenologie
- Personsein
- Person
- Menschliche Person
- Substanz
- Wirklichkeitsform
- Seinsbegriff
- Akt und Potenz
- Metaphysik
- Erste Dimension
- Natur
- Substanzontologischer Personbegriff
- Wesensgesetz
- Kapitel 2: Methode
- Kapitel 4: Personsein