Zur Methode des genauen Hinschauens
Dietrich von Hildebrand: Was ist Philosophie? (Gesammelte Werke, Habbel/Kohlhammer, 1976).
Hildebrand beschreibt in diesem Buch, was philosophisches Denken eigentlich ist: ein aufmerksames Hinschauen auf das, was sich zeigt. Nicht Konstruktion, nicht Spekulation, nicht bloße Begriffsanalyse — sondern die Bereitschaft, die Wirklichkeit so zu nehmen, wie sie sich gibt. Das Buch ist zugleich eine Verteidigung der Philosophie gegen jeden Versuch, sie auf Wissenschaftstheorie oder Sprachanalyse zu verkürzen. Wer verstehen will, warum die Methode dieses Buches so vorgeht, wie sie vorgeht, findet hier die beste Erklärung.
Dietrich von Hildebrand: Sittlichkeit und ethische Werterkenntnis (Patris-Verlag, 1982).
Eine Untersuchung darüber, wie wir sittliche Werte erkennen. Hildebrand zeigt, dass die Erkenntnis des Guten keine bloße Gefühlssache ist, sondern ein echtes Erfassen einer objektiven Wirklichkeit. Dieses Buch ist besonders wertvoll für jeden, der sich fragt, ob es objektive Werte wirklich gibt — oder ob alles nur Geschmackssache ist.
Josef Seifert: Back to Things in Themselves (Routledge, 1997).
Eine philosophische Grundlegung der realistischen Phänomenologie in englischer Sprache. Seifert zeigt, dass die phänomenologische Methode — der „Rückgang auf die Sachen selbst“, wie Husserl es formulierte — nicht zum Idealismus führen muss, sondern zur Erkenntnis der Dinge, wie sie wirklich sind. Für jeden, der die philosophische Methode dieses Buches tiefer verstehen will.
Roman Ingarden: Der Streit um die Existenz der Welt (Niemeyer, 1964/65).
Ingardens monumentales Werk ist der vielleicht gründlichste Versuch des 20. Jahrhunderts, die Grundstrukturen des Seienden zu klären: Was heißt es, zu existieren? Welche Weisen des Seins gibt es? Was unterscheidet ein selbständiges Seiendes von einem unselbständigen? Das Werk ist umfangreich und streng wissenschaftlich, aber für den philosophisch Interessierten eine Goldgrube. Die Unterscheidung verschiedener Seinsweisen und Existenzformen, die in diesem Buch eine Rolle spielte, geht wesentlich auf Ingarden zurück.
Vollständige bibliographische Angaben im Literaturverzeichnis.
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