Das unbedingte, aus sich selbst seiende, notwendige Sein. Philosophisch (nicht theologisch) als Letztbegründung des kontingenten Seienden gefordert. In der thomistischen Tradition: ipsum esse subsistens.
Das Absolute Sein steht dem Möglichen Sein gegenüber. Alles kontingente Seiende könnte auch nicht sein. Das Absolute Sein hingegen ist notwendig und trägt den Grund seines Seins in sich selbst.
Die Frage nach dem Absoluten Sein ergibt sich aus der Kontingenz alles endlichen Seienden. Kein kontingentes Seiendes kann den zureichenden Grund seines Seins in sich selbst haben. Die Kette der Abhängigkeiten muss in einem Letzten gründen, das nicht mehr abhängig ist — im Absoluten Sein. Dies ist kein theologisches Postulat, sondern eine philosophische Notwendigkeit (vgl. Bexten 2017, S. 186–192).
Ontologische Einordnung:
- Oberbegriff: Seiendes, Urphänomen
Ontologische Beziehungen:
- ist Letztbegründung des kontingenten Seienden
Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Personsein
Quellenangaben: Bexten 2017, S. 271–289 (Dritte Dimension, Transzendenz).
Weitere Quellen:
- Thomas von Aquin: Summa Theologiae I, q. 2, a. 3 (die fünf Wege zum Erweis der Existenz Gottes als ipsum esse subsistens).
- Seifert, Josef (1987): Back to ‘Things in Themselves’. A Phenomenological Foundation for Classical Realism. London/New York: Routledge & Kegan Paul (zur philosophischen Letztbegründung des Seins).
Siehe auch: Sein, Seiendes, Mögliches Sein, Substanz, Person, Akt und Potenz, Metaphysik, Thomas von Aquin