Personsein ist eine bestimmte Wirklichkeitsform — eine Weise, in der Wirklichkeit (actus) sich verwirklicht. Im Unterschied zu einem statischen Ding-Sein ist das Personsein eine dynamische Wirklichkeit, die sich in drei aufeinander aufbauenden Dimensionen entfaltet. Die erste Dimension ist das grundlegende geistige Dasein (Substanzsein). Die zweite Dimension ist das bewusste, freie Personsein (Personverhalten). Die dritte Dimension ist die sittliche Vervollkommnung in Erkenntnis, Tugend und Liebe.
Die erste Dimension ist stets gegeben, solange die Person existiert. Die zweite und dritte Dimension stellen die Aktualisierung von Potenzen dar, die im substanziellen Personsein grundgelegt sind. Diese dreifache Wirklichkeitsform zeigt, dass Personsein zwar unverlierbar, aber zugleich auf Entfaltung und Vollendung hin angelegt ist (vgl. Bexten 2017, S. 137—200).
Quellenangaben: Bexten 2017, S. 231–235 (Wirklichkeitsform und Dimensionen).
Weitere Quellen:
- Thomas von Aquin: Summa Theologiae I, q. 3, a. 4 (actus essendi als innerster Akt).
- Aristoteles: Metaphysik IX (Energeia als Wirklichkeit).
Ontologische Beziehungen: (als Grundwirklichkeitsform)
- nicht reduzierbar auf: Tierische Substanz, Pflanzliche Substanz, Rein Stoffliche Substanz
- geht ontologisch voraus: Erste Dimension
- wird vorausgesetzt von: Erste Dimension
Siehe auch: