Die Statistische Ethiksimulation ist die Reproduktion ethischer Antwortmuster durch statistische Wahrscheinlichkeitsverteilung — etwa in Large Language Models (LLMs). Sie gibt die statistisch wahrscheinlichste Antwort aus Trainingsdaten wieder: ein gewichteter Durchschnitt menschlicher Meinungen, kein begründetes ethisches Urteil.
In der Terminologie der Ontologie: Die Statistische Ethiksimulation ist Deutera Energeia ohne Prote Energeia — Simulation einer Handlung ohne ein Selbst, das handelt. Es gibt kein erkennendes Subjekt, das Einsicht in das Gute gewinnt, kein Gewissen, das urteilt, und keinen Willen, der sich entscheidet.
Der entscheidende Unterschied zum menschlichen ethischen Urteil: Die Person erkennt objektive Werte und antwortet mit einer Wertantwort; das LLM berechnet Wahrscheinlichkeiten über Zeichenketten. Die Person erfasst das Wesensgesetz, dass die Person nie als bloßes Mittel behandelt werden darf (Personalistische Norm); das LLM reproduziert die statistische Häufigkeit, mit der ähnliche Sätze in den Trainingsdaten vorkommen.
Die Statistische Ethiksimulation ist ontologisch disjunkt mit Handlung: Handlung setzt ein handelndes Subjekt mit freiem Willen und Intentionalität voraus.
Ontologische Einordnung
Ontologische Beziehungen:
- disjunkt mit: Handlung
- basiertAufStatistik: KI-Systeme basieren auf Statistik
- ist: Deutera Energeia ohne Prote Energeia
Kapitelzuordnung: Kapitel 5: Personvergessenheit
Siehe auch
- KI-Bewusstseins-Debatte
- Künstliche Intelligenz
- KI-Ethik
- Handlung
- Gewissen
- Wertantwort
- Personsein
- Josef Seifert
- Dietrich von Hildebrand
Quellenangaben: Bexten 2017, S. 195 ff. (Personsein und Personverhalten).