Abstrakte Oberklasse der drei Dimensionen der einen Grundwirklichkeitsform der menschlichen Person. Die eine Grundwirklichkeitsform des menschlichen Personseins entfaltet sich in drei Dimensionen, die nicht drei verschiedene Wirklichkeiten sind, sondern drei Aspekte derselben einen Wirklichkeit:

  1. Die Erste Dimension: Das Personsein vor dem Erwachen des Bewusstseins (Zygote, Embryo, Fötus)
  2. Die Zweite Dimension: Das erwachte Personsein mit aktueller Ausübung personaler Vermögen
  3. Die Dritte Dimension: Die sittlich-axiologische Vervollkommnung oder Degradation der Person

Entscheidend ist: Die drei Dimensionen betreffen nicht das Ob des Personseins (dieses ist von der Empfängnis an unverlierbar gegeben), sondern das Wie seiner Entfaltung (vgl. Bexten 2017, S. 178–210).

Ontologische Einordnung:

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Personsein

Dimensionsübergang

Der Dimensionsübergang ist der Prozess des Übergangs von einer Dimension der Grundwirklichkeitsform zur nächsten. Er kann graduell sein — wie beim Bewusstseinserwachen, dem Übergang von der Ersten zur Zweiten Dimension. Er kann auch rückläufig sein, etwa bei Demenz, wenn ein Mensch von der Zweiten Dimension in einen Zustand zurückkehrt, der der Ersten Dimension ähnelt.

Entscheidend ist: Das Personsein bleibt bei jedem Dimensionsübergang unverändert. Der Dimensionsübergang betrifft die Ebene der deutera energeia (der Tätigkeitsakte), nicht die prote energeia (den Seinsakt). Die Person bleibt dieselbe Person, unabhängig davon, in welcher Dimension sie sich aktuell befindet.

Ontologische Einordnung: Oberbegriff: Entwicklungsprozess, Prozess

Dimensionszustand

Der Dimensionszustand ist eine zeitliche Zuschreibung. Er modelliert, in welcher Dimension der Grundwirklichkeitsform sich eine Person während eines bestimmten Zeitraums befindet. Beispiel: “Person Alpha befindet sich in der Ersten Dimension während der pränatalen Phase.”

Der Dimensionszustand ist ein ontologisches Modellierungselement, das die zeitliche Erstreckung der Dimensionen formal erfasst, ohne das unveränderliche Personsein zu berühren. Als Unterklasse der zeitlichen Zuschreibung verknüpft er ein Subjekt (die Person), eine Eigenschaft (die Dimension) und einen Zeitraum (die Lebensphase).

Ontologische Einordnung: Oberbegriff: Zeitliche Zuschreibung

Normzustand

Der Normzustand ist eine zeitliche Zuschreibung eines normativen Zustands. Er modelliert beispielsweise: “Person Alpha wird instrumentalisiert während des Zeitraums T.” Als Unterklasse der zeitlichen Zuschreibung verknüpft der Normzustand ein Subjekt (die Person), einen normativen Sachverhalt und einen Zeitraum. Der Normzustand ermöglicht es, in der Ontologie festzuhalten, wann und wie lange eine Person einer bestimmten normativen Situation ausgesetzt ist — etwa einer Verletzung der Personalistischen Norm oder einer Achtung ihrer Würde. Er ist ein formales Modellierungselement, das die zeitliche Dimension ethischer Zuschreibungen erfasst.

Ontologische Einordnung: Oberbegriff: Zeitliche Zuschreibung; verwandt: Dimensionszustand

Quellenangaben: Bexten 2017, S. 231–235 (Einführender Überblick zur Wirklichkeitsform).

Weitere Quellen:

  • Thomas von Aquin: Summa Theologiae, I, q. 76, a. 1 (Einheit der Wesensform und Entfaltung des Personseins)
  • Seifert, Josef (1987): Back to ‘Things in Themselves’. A Phenomenological Foundation for Classical Realism. London/New York: Routledge & Kegan Paul. (Dimensionen des Seins und der Wirklichkeit)

Siehe auch: Grundwirklichkeitsform, Erste Dimension, Zweite Dimension, Dritte Dimension, Personsein, Person, Prote Energeia, Deutera Energeia