Was ist eine Person?

Wer das Wort „Person“ ausspricht, meint damit fast immer etwas Bestimmtes. Aber was genau? Und meint der eine dasselbe wie der andere? In diesem Kapitel geht es um den Begriff der Person — also darum, was wir eigentlich denken, wenn wir „Person“ sagen. Das klingt zunächst wie eine rein sprachliche Frage. In Wirklichkeit ist es eine der wichtigsten Fragen überhaupt. Denn von der Antwort hängt ab, wer als Person gilt, wer Würde besitzt und wer ein Recht auf Leben hat. Von der Antwort auf diese Frage hängt ab, wie wir mit Embryonen, mit Sterbenden, mit Menschen mit schwerer Behinderung umgehen. Es ist also keine Frage für den Elfenbeinturm, sondern eine, die jeden Menschen betrifft.

Schon Edmund Husserl hat betont: „Aber so lange die Begriffe nicht unterschieden und geklärt sind, ist alle weitere Bemühung hoffnungslos.“1 In keinem Gebiet des Denkens hat die Verwechslung von Wörtern und Bedeutungen so viel Schaden angerichtet wie in der Frage nach dem Wesen des Menschen.

Dieses Kapitel legt daher die Grundlagen. Es fragt: Was bedeutet das Wort „Person“? Was ist überhaupt ein „Begriff“? In welchem Verhältnis stehen „Mensch“ und „Person“? Und welche grundlegend verschiedenen Sichtweisen auf die Person gibt es? Die Antworten auf diese Fragen sind die Voraussetzung dafür, dass wir im nächsten Kapitel die Hauptfrage angehen können: Was ist menschliches Personsein?

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Fußnoten

  1. Husserl, Logische Untersuchungen (1900), Erster Theil: Prolegomena zur reinen Logik, Halle: Niemeyer, 1900, S. 245 (246).