Der intrinsische Wert (Eigenwert) ist ein objektiver Wert, der einem Seienden kraft seines eigenen Wesens zukommt — nicht aufgrund äußeren Nutzens oder subjektiver Zuschreibung (vgl. Bexten 2017, S. 194 ff.).
Dietrich von Hildebrand unterscheidet den intrinsischen Wert scharf vom bloß Angenehmen und vom Nützlichen: Während das Angenehme nur subjektiv befriedigt und das Nützliche nur als Mittel zu einem Zweck wertvoll ist, ist der intrinsische Wert in sich selbst bedeutsam und fordert eine angemessene Wertantwort. Die Person besitzt den höchsten intrinsischen Wert unter allen irdischen Seienden — ihre Würde ist der unbedingte Eigenwert, der jeder Verrechnung entzogen ist. Aber auch unterhalb der Person gibt es intrinsische Werte: die Schönheit eines Kunstwerks, die Wahrheit eines Satzes, die Güte einer Handlung. Die Anerkennung intrinsischer Werte setzt voraus, dass Werte objektiv und dem Seienden inhärent sind — nicht bloße Projektionen des Subjekts.
Intrinsischer Wert und Personsein
Ontologische Relation: Ein Seiendes besitzt einen intrinsischen Wert (Eigenwert) unabhängig von seinem Nutzen für Personen. Die Person selbst ist das paradigmatische Beispiel: Ihre Würde ist kein Nutzwert, sondern ein ihr von Natur aus zukommender, nicht abgeleiteter Wert. Auch das höhere Tier besitzt aus seiner belegten Empfindungsfähigkeit heraus einen intrinsischen Wert — strukturell verwandt mit der Würde der Person, kategorial aber tiefer. Ebenso haben Ökosysteme und natürliche Lebensgrundlagen intrinsischen Wert — nicht nur als Mittel für die Person, sondern als Seiende mit eigenem Wert (Hildebrand).
- Domain: Seiendes
- Range: Intrinsischer Wert
Quellenangaben: Bexten 2017, S. 114–115, 272, 281 (intrinsischer Wert der Person).
Weitere Quellen:
- Dietrich von Hildebrand: Ethik (1973). In: Gesammelte Werke, Bd. II. Regensburg: Habbel. (Unterscheidung von intrinsischem Wert, Angenehmem und Nützlichem)
Ontologische Beziehungen:
- ist Unterklasse von: Objektiver Wert
- (invers) range: hat intrinsischen Wert
Siehe auch: