Wesenserschauung

Unmittelbarer geistiger Sachkontakt mit dem Wesen eines Seienden; Grundmethode der realistischen Phänomenologie.

Die Wesenserschauung ist ein Akt der Erkenntnis, in dem die Person das Wesen eines Seienden unmittelbar erfasst — nicht durch Schlussfolgerung oder Hypothese, sondern durch Einsicht. Sie setzt die Wahrheitsfähigkeit der Person voraus: Nur ein Wesen, das auf Wahrheit ausgerichtet ist, kann das Wesen der Dinge erschauen. Die Wesenserschauung ist damit ein Ausdruck der Rationalität in ihrer tiefsten Form — nicht als bloßes Schließen, sondern als geistiges Sehen.

Husserl hat die Wesenserschauung als Methode der Phänomenologie begründet; die realistische Phänomenologie versteht sie als echten Kontakt mit der Wirklichkeit — nicht als bloße Konstruktion des Bewusstseins.

Siehe auch: