Substantiale Veränderung
Substantiale Veränderung (gr. γένεσις / φθορά, lat. generatio / corruptio) bezeichnet die Entstehung oder das Vergehen einer Substanz. Im Unterschied zur qualitativen Veränderung, die nur akzidentelle Eigenschaften betrifft, und zum Wachstum, das die Quantität verändert, geht es hier um das Sein oder Nichtsein der Substanz selbst.
Für die Person sind die beiden entscheidenden substantialen Veränderungen die Empfängnis und der Tod: Bei der Empfängnis entsteht eine neue personale Substanz mit vollem Personsein und voller Würde; beim Tod vergeht die leiblich-seelische Einheit. Die substantiale Veränderung zeigt die Kontingenz der Person als geschaffenes Seiendes: Sie hat einen Anfang und — in ihrer leiblichen Existenz — ein Ende. Gerade darin unterscheidet sie sich vom Absoluten Sein, das keiner Veränderung unterliegt.
Ontologische Einordnung
Oberbegriff: Bewegung
Ontologische Beziehungen:
- betrifft: Substanz (Entstehung/Vergehen)
- Beispiele für die Person: Empfängnis, Tod