Meineid

Der Meineid ist die bewusste Falschaussage unter Eid und stellt ein schweres Vergehen gegen die Wahrheit dar. Wer einen Meineid leistet, missbraucht eine Institution, die auf dem Vertrauen in die Wahrhaftigkeit der Person beruht, und untergräbt damit die Grundlage des Zusammenlebens.

Aus personalontologischer Sicht ist der Meineid besonders gravierend, weil er die zweite Dimension des Personseins — die Fähigkeit zur Wahrheitserkenntnis und zur freien Stellungnahme — gegen ihre eigene Bestimmung wendet. Die Person gebraucht ihre Freiheit und ihre Vernunft, um eine Unwahrheit als Wahrheit auszugeben. Dies verletzt nicht nur das Recht des Gegenübers auf Wahrheit, sondern beschädigt auch die sittliche Integrität des Schwörenden selbst. Der Meineid ist ein Beispiel dafür, wie der Mensch seine personalen Fähigkeiten gegen das Gute wenden kann — ein Ausdruck der Dramatik der Freiheit, die ebenso zur Selbstverfehlung wie zur Selbstverwirklichung fähig ist.

Siehe auch: