Max Planck war ein deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie und Nobelpreisträger (1918). Sein Beitrag zum Buch liegt nicht in der Physik, sondern in seiner philosophischen Reflexion über die Grenzen der Naturwissenschaft: Planck argumentiert aus der Naturwissenschaft heraus gegen den Positivismus und den Szientismus — und für die Vereinbarkeit von Naturwissenschaft und Metaphysik.
Schlüsselbeitrag
In seinem Vortrag Religion und Naturwissenschaft (1937) entwickelt Planck drei Thesen, die für die Personalontologie bedeutsam sind:
1. Die Naturwissenschaft setzt Metaphysik voraus
Die Naturwissenschaft ist auf Voraussetzungen angewiesen, die sie selbst nicht liefern kann: die Existenz einer realen Außenwelt, die Geltung der Kausalität, die Reproduzierbarkeit von Messungen. Diese Voraussetzungen sind keine empirischen Befunde, sondern metaphysische Annahmen. Die Philosophie — als Erste Philosophie — geht der Naturwissenschaft ontologisch voraus.
2. Der Positivismus widerspricht sich selbst
Planck zeigt, dass der Positivismus als rein kritische Methode unfruchtbar ist und in konsequenter Durchführung in einen „unvernünftigen Solipsismus” mündet. Die universellen Konstanten der Physik beweisen eine vom Beobachter unabhängige Realität — genau das, was der Positivismus leugnet.
3. Die Zweckursache ist nicht eliminierbar
Das Prinzip der kleinsten Wirkung — ein physikalisches Fundamentalgesetz — erweckt nach Planck „den Eindruck, als ob die Natur von einem vernünftigen, zweckbewußten Willen regiert würde”. Die causa finalis zeige sich sogar in der Physik. Wenn schon die physikalische Natur teleologische Strukturen aufweist, ist die Teleologie des personalen Lebens — Sinnstreben, Wahrheitssuche, Selbsttranszendenz — erst recht nicht auf bloße Kausalität reduzierbar.
Bedeutung für das Buch
Plancks Zeugnis ist für die Personalontologie in doppelter Hinsicht gewichtig. Erstens liefert ein Nobelpreisträger der Physik das Argument, dass die Naturwissenschaft selbst ihre Grenzen kennt — gegen die szientistische Vereinnahmung, die im Namen der Wissenschaft das Personsein leugnet. Zweitens bestätigt Planck die Architektur der Ontologie: Die Erste Philosophie geht der Naturwissenschaft voraus, nicht umgekehrt.
Stellung im Buch
Plancks Positivismus-Kritik bildet einen naturwissenschaftlichen Beleg für die These von Kapitel 2, dass die Frage nach dem Personsein eine philosophische, keine naturwissenschaftliche Frage ist — ohne dass die Naturwissenschaft deshalb irrelevant wäre.
Quellenangaben: Bexten 2017, S. 218–254 (Theoretische Personvergessenheit und Szientismus).
Weitere Quellen:
- Planck, Max (1937): „Religion und Naturwissenschaft”. Vortrag, gehalten im Baltikum im Mai 1937. Abgedruckt in: Planck, Max: Vorträge und Erinnerungen. Stuttgart: Hirzel, 1949, S. 318–333.
- Planck, Max (1931): „Positivismus und reale Außenwelt”. Vortrag, gehalten am 12. November 1930 im Harnack-Haus. Leipzig: Akademische Verlagsgesellschaft, 1931. Abgedruckt in: Vorträge und Erinnerungen. Stuttgart: Hirzel, 1949.