Franz Brentano (1838–1917) war ein deutscher Philosoph und Begründer der deskriptiven Psychologie. Sein zentraler Beitrag ist die Wiederentdeckung der Intentionalität als Wesenscharakteristikum psychischer Phänomene: Jedes psychische Phänomen ist durch die ‘intentionale Inexistenz’ eines Gegenstandes charakterisiert. Brentano unterschied Vorstellungen, Urteile und Gemütsbewegungen als Grundklassen psychischer Akte. Als Lehrer von Edmund Husserl hat er die phänomenologische Bewegung entscheidend vorbereitet.

In der Dissertation wird Brentanos Intentionalitätsbegriff als grundlegendes Datum der realistischen Phänomenologie herangezogen: Das Bewusstsein ist wesentlich Bewusstsein von etwas und kann nicht auf neuronale Prozesse oder funktionale Zustände reduziert werden (Bexten 2017, S. 69–71). Damit liefert Brentano die philosophische Grundlage, auf der Husserl, Reinach und Pfänder die phänomenologische Methode weiterentwickeln. Für die Personontologie ist entscheidend, dass die Intentionalität als irreduzibles Wesensmerkmal geistiger Akte die Person als geistiges Wesen ausweist, das in einem nicht-kausalen Bezug zur Welt steht.

Tradition: Deskriptive Psychologie / Vorläufer der Phänomenologie

Zentrale Beiträge:

  • Wiederentdeckung der Intentionalität
  • Deskriptive Psychologie
  • Klassifikation psychischer Akte
  • Lehrer von Edmund Husserl

Quellenangaben: Bexten 2017, S. 69—71 (Brentanos Intentionalitaetsbegriff als Grunddatum der realistischen Phaenomenologie).

Weitere Quellen:

  • Psychologie vom empirischen Standpunkt (1874). Leipzig: Duncker & Humblot (Wiederentdeckung der Intentionalitaet als Wesenscharakteristikum psychischer Phaenomene)

Siehe auch: