Intention

Die innere Ausrichtung des Willens auf ein Ziel. Die Intention bestimmt wesentlich den sittlichen Charakter einer Handlung. Eine gute Intention allein genügt jedoch nicht — auch Gegenstand und Umstände der Handlung müssen sittlich vertretbar sein. Die Intention ist damit eines der drei konstitutiven Elemente der sittlichen Bewertung einer Handlung neben dem Gegenstand (finis operis) und den Umständen (circumstantiae).

Als personaler Akt setzt die Intention den freien Willen voraus: Nur ein Wesen, das sich selbst zu bestimmen vermag, kann eine Intention fassen. Die Intention ist nicht bloß ein psychologischer Zustand, sondern ein geistiger Akt der Hinordnung auf ein erkanntes Gut. In ihr zeigt sich die Freiheit der Person, die sich für ein Ziel entscheidet und ihr Handeln darauf ausrichtet. Thomas von Aquin unterscheidet zwischen dem finis operantis (dem Ziel des Handelnden, d.h. der Intention) und dem finis operis (dem Ziel der Handlung selbst). Beide müssen in Übereinstimmung stehen, damit eine Handlung als sittlich gut gelten kann (vgl. S.Th. I-II, q.12).

Die Intention steht in engem Zusammenhang mit der Entscheidung: Während die Entscheidung den Willensakt der Wahl zwischen Alternativen betrifft, richtet die Intention den Willen auf das übergeordnete Ziel aus, das die Entscheidung motiviert. Eine sittlich schlechte Handlung wird durch eine gute Intention nicht gerechtfertigt — der Zweck heiligt nicht die Mittel. Umgekehrt kann eine böse Intention auch eine an sich gute Handlung verderben. Diese dreifache Struktur der sittlichen Bewertung sichert die Objektivität der Moral gegen subjektivistische Verkürzungen und ist ein wesentlicher Bestandteil der Personalistischen Norm (vgl. Bexten 2017, S. 218 ff.).

Ontologische Einordnung:

  • Oberbegriff: Personaler Akt
  • Ontologische Relation: hatIntention (als range — die Intention ist das, worauf eine Handlung gerichtet ist)

Ontologische Beziehungen:

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Personsein

Siehe auch: Handlung, Freier Wille, Entscheidung, Freiheit, Sittlich gute Handlung, Sittlich schlechte Handlung, Personalistische Norm, Personaler Akt, Verantwortung, Thomas von Aquin