Wiedergutmachung
Die Handlung, durch die eine schuldige Person den angerichteten Schaden soweit möglich behebt. Wiedergutmachung ist Teil des Versöhnungsprozesses.
Unterschied zur Sühne
Wiedergutmachung und Sühne werden oft verwechselt, sind aber ontologisch verschieden:
- Wiedergutmachung betrifft die materielle Dimension: den konkreten Schaden, der einer Person zugefügt wurde. Sie fragt: Was kann getan werden, um die äußeren Folgen der Schuld zu beheben? Wiedergutmachung richtet sich auf das Geschädigte — die verletzte Würde, den verursachten Verlust, die zerstörte Beziehung.
- Sühne betrifft die sittlich-geistige Dimension: die gestörte sittliche Ordnung selbst. Sie fragt: Wie kann die Person sich zur eigenen Schuld verhalten? Sühne ist der bewusste Akt, durch den die schuldige Person die gestörte Ordnung wiederherzustellen sucht — durch die aktive Übernahme einer der Schuld angemessenen Last.
Wiedergutmachung hebt den Schaden auf, soweit das möglich ist. Sühne geht tiefer: Sie betrifft das Verhältnis der Person zu sich selbst, zum anderen und zur sittlichen Wahrheit. Beides setzt Freiheit und Gewissen voraus und gehört zur Dritten Dimension des Personseins.
Ontologische Beziehungen:
- ist Unterklasse von: Handlung
Siehe auch: