Fähigkeitszuschreibung

Die Fähigkeitszuschreibung ist eine zeitliche Zuschreibung einer Fähigkeit an eine Person. Sie unterscheidet drei Ebenen: die grundlegende Befähigung (ab Empfängnis), die aktuelle Fähigkeit (ab Bewusstsein) und die aktuelle Ausübung (punktuell). Diese Unterscheidung ist ontologisch entscheidend für die Frage, wer als Person gilt.

Die Fähigkeitszuschreibung verdeutlicht, dass das Personsein nicht an der aktuellen Ausübung von Fähigkeiten hängt: Der Embryo besitzt die grundlegende Befähigung zur Rationalität von der Empfängnis an, auch wenn die aktuelle Ausübung noch nicht möglich ist. Die Verwechslung von grundlegender Befähigung und aktueller Ausübung führt zur Personvergessenheit — zur Aberkennung des Personseins bei Personen, die ihre Fähigkeiten nicht aktuell ausüben können.

Siehe auch: Personsein, Person, Embryo, Befruchtung, Akt und Potenz, Personvergessenheit, Erste Dimension, Schwere Demenz