Vitale Werte sind die Werte des leiblich-vitalen Lebens — Gesundheit, Lebenskraft, vitale Fülle. Sie bilden die erste Stufe in der Wertstratifikation Dietrich von Hildebrands (Ethik, 1953/1973).

Vitale Werte sind real, aber nicht die höchsten objektiven Werte. Sie stehen unter intellektuellen, moralischen und ästhetischen Werten und werden von der ontologischen Würde der Person überstiegen. Wer das Personsein auf vitale Qualitäten reduziert (etwa auf Hirnaktivität, Vitalfunktionen, kardiopulmonale Stabilität), begeht einen kategorialen Fehler: die Person ist nicht die Summe ihrer vitalen Werte. Auch beim Verlust vitaler Aktualisierung (Koma, vegetativer Zustand) bleibt das Personsein und seine Würde unversehrt.

Vitale Werte sind dennoch keine bloß biologischen Tatsachen — sie sind echte objektive Werte, die eine Wertantwort verdienen. Das Tierwohl zählt zu den vitalen Werten und begründet die moralische Relevanz nicht-personaler Lebewesen.

Ontologische Einordnung:

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Was ist menschliches Personsein?

Quellenangaben: Hildebrand, D. v.: Ethik (1953/1973), in: Gesammelte Werke, Bd. II. Habbel, Regensburg. — Seifert, J. (2014): Ontological Categories, Anuario Filosófico 47(2), S. 353–354.

Siehe auch: