Moralische Werte sind die Werte des sittlich-personalen Lebens — Gerechtigkeit, Liebe, Treue, Reinheit. Sie bilden die dritte und höchste Stufe in der innerweltlichen Wertstratifikation Dietrich von Hildebrands (Ethik, 1953/1973). Nur Personen können moralische Werte tragen oder verfehlen.

Moralische Werte unterscheiden sich kategorial von vitalen und intellektuellen Werten dadurch, dass sie Verantwortung voraussetzen. Sie sind weder bloße biologische Tatsachen noch bloße Wissensinhalte, sondern setzen die Selbstbestimmung und die Wertantwortfähigkeit der Person voraus.

Zu den moralischen Werten zählen Gemeinwohl und Moralische Relevanz als objektive Bezugsstrukturen sittlichen Handelns. Über den moralischen Werten steht im Scheler’schen Ordo Amoris noch die Heiligkeit als höchste Wertstufe — bezogen auf das Absolute und Unbedingte.

Die personalistische Norm „Die menschliche Person ist um ihrer selbst willen zu bejahen und zu lieben” ist eine moralische Verpflichtung, die aus dem objektiven Wert der Person folgt.

Ontologische Einordnung:

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Was ist menschliches Personsein?

Quellenangaben: Hildebrand, D. v.: Ethik (1953/1973), in: Gesammelte Werke, Bd. II. Habbel, Regensburg. — Seifert, J. (2014): Ontological Categories, Anuario Filosófico 47(2), S. 353–354.

Siehe auch: