Ästhetische Werte sind die Werte der Schönheit — Harmonie, Ebenmaß, Erhabenheit. Ihre transzendentale Grundlage ist das pulchrum als eine der sieben klassischen Transzendentalien (vgl. Thomas Aquinas, Quaestiones disputatae de veritate, q. 1). Sie stehen neben den vitalen, intellektuellen und moralischen Werten als eigene Stufe objektiver Werte (Seifert 2014).
Im Unterschied zu rein subjektiven Geschmacksurteilen sind ästhetische Werte realistisch-objektive Qualitäten des Seienden, die eine adäquate Wertantwort verdienen (Bewunderung, Entzücken, Staunen). Die Schönheit der Natur, eines Kunstwerks oder einer Person ist nicht in den wahrnehmenden Subjekten konstituiert, sondern in den Seienden selbst gegründet.
Die ästhetische Werterfahrung verweist die Person über sich selbst hinaus auf die transzendente Quelle der Schönheit. Sie ist daher mehr als ein psychologischer Reiz: sie ist ein Erkenntnisweg in den Wertbereich des Seins.
Ontologische Einordnung:
- Oberbegriff: Objektiver Wert
- Unterbegriff: Schönheit
- Transzendentale Grundlage: pulchrum
- Disjunkt zu: Vitaler Wert, Intellektueller Wert, Moralischer Wert
Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Was ist menschliches Personsein?
Quellenangaben: Hildebrand, D. v.: Ethik (1953/1973), in: Gesammelte Werke, Bd. II. Habbel, Regensburg. — Seifert, J. (2014): Ontological Categories, Anuario Filosófico 47(2), S. 353–354.
Siehe auch: