Intellektuelle Werte sind die Werte des Geistes — Wahrheit, Erkenntnis, Intelligibilität. Sie bilden die zweite Stufe in der Wertstratifikation Dietrich von Hildebrands und stehen über den vitalen Werten. Ihre ontologische Grundlage ist das verum als transzendentale Eigenschaft jedes Seienden.
Zum Bereich der intellektuellen Werte zählen Wahrheit und Sinn — das Erkennen des Seienden in seiner Eigenwirklichkeit und die Bedeutsamkeit des personalen Lebens. Die Person ist durch ihre Wahrheitsfähigkeit auf intellektuelle Werte hingeordnet. Sie kann sie erfassen — nicht bloß berechnen oder simulieren.
Hier liegt eine zentrale Abgrenzung gegen reduktive KI-Konzeptionen: KI verarbeitet Symbolfolgen probabilistisch, sie erkennt nichts. Wahrheit ist kein Output-Token, sondern ein objektiver Wert, dessen Erfassung Personalität voraussetzt.
Ontologische Einordnung:
- Oberbegriff: Objektiver Wert
- Unterbegriffe: Wahrheit, Sinn
- Transzendentale Grundlage: verum
- Disjunkt zu: Vitaler Wert, Moralischer Wert, Ästhetischer Wert
Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Was ist menschliches Personsein?
Quellenangaben: Hildebrand, D. v.: Ethik (1953/1973), in: Gesammelte Werke, Bd. II. Habbel, Regensburg. — Seifert, J. (2014): Ontological Categories, Anuario Filosófico 47(2), S. 353–354.
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