Das Recht auf Kenntnis der genetischen Herkunft ist das Recht jeder Person, ihre genetische Abstammung zu kennen.

Verankert in UN-Kinderrechtskonvention Art. 7 (“Das Kind ist […] soweit möglich, das Recht zu kennen und von ihnen betreut zu werden”) sowie in einer wachsenden Zahl nationaler Regelungen:

  • Vereinigtes Königreich 1. April 2005: Human Fertilisation and Embryology Authority (Disclosure of Donor Information) Regulations 2004 (SI 2004/1511) – Abschaffung der Anonymität von Samenspendern.
  • Niederlande: vergleichbare Regelung.
  • Deutschland: Samenspenderregistergesetz (SaRegG) vom 17. Juli 2017 (BGBl. I S. 2513), in Kraft seit 1. Juli 2018; Auskunftsrecht ab 16. Lebensjahr.
  • weitere Länder folgen.

Ontologische Einordnung

Personalontologische Einordnung

Das Recht auf Kenntnis der Herkunft ist kein nachträglich verliehenes positives Recht, sondern gründet im Personsein selbst: Eine Person ist nicht identitätslos zur Welt gebracht, sondern in einer konkreten genetischen, leiblichen und sozialen Linie. Diese Linie ist Teil ihrer Einmaligkeit – nicht zufällig, sondern wesentlich.

Verletzung durch reproduktionsmedizinische Praktiken

Das Recht wird verletzt durch:

Quellenangaben: Recherchestand 25. April 2026.

Weitere Quellen:

  • Vereinte Nationen (1989): Übereinkommen über die Rechte des Kindes (UN-Kinderrechtskonvention) vom 20. November 1989, Art. 7.
  • BVerfG, Beschluss vom 31. Januar 1989, 1 BvL 17/87, BVerfGE 79, 256 (“Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung” als Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts).
  • BGH, Urteil vom 28. Januar 2015, XII ZR 201/13 (Auskunftsanspruch des Kindes gegen den behandelnden Arzt bei heterologer Insemination).
  • Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: Odièvre gegen Frankreich (2003), Beschwerde Nr. 42326/98 (Recht auf Kenntnis der Herkunft im Spannungsfeld zur mütterlichen Anonymität).
  • Samenspenderregistergesetz (SaRegG) vom 17. Juli 2017, BGBl. I S. 2513.
  • HFEA (Disclosure of Donor Information) Regulations 2004, SI 2004/1511.
  • Blyth, E. & Frith, L. (2009): Donor-conceived people’s access to genetic and biographical history: an analysis of provisions in different jurisdictions permitting disclosure of donor identity. International Journal of Law, Policy and the Family 23(2): 174–191.

Siehe auch