Der Apnoetest ist ein klinisches Verfahren zur Prüfung der Hirnstammfunktion, das beim Verdacht auf irreversiblen Hirnfunktionsausfall durchgeführt wird. Die Beatmung der Patientin oder des Patienten wird kontrolliert pausiert; gleichzeitig wird die Sauerstoffversorgung über apnoische Oxygenierung aufrechterhalten. Steigt der arterielle Kohlendioxidpartialdruck (PaCO₂) auf mindestens 60 mmHg, ohne dass eine Atemantwort einsetzt, gilt das Hirnstammatemzentrum als ausgefallen.

Der Test gehört zum Standardrepertoire der Hirntoddiagnostik nach der BÄK-Richtlinie (5. Fortschreibung 2022) und nach dem World Brain Death Project (Greer et al., JAMA 324, 2020, S. 1078–1097).

Besondere Konstellation: ECMO

Unter extrakorporaler Membranoxygenierung (ECMO) ist der Apnoetest besonders anspruchsvoll, weil der CO₂-Anstieg durch das ECMO-Gerät kompensiert werden kann. Die BÄK-Richtlinie 2022 enthält dazu eine eigene Präzisierung: Die Gas-Flussrate des ECMO-Geräts muss während des Tests kontrolliert reduziert werden, um den physiologischen CO₂-Anstieg zuzulassen.

Confounder

Der Apnoetest ist nur valide, wenn metabolische und toxische Confounder ausgeschlossen sind: schwere Hypothermie, Sedierung mit Hypnotika oder Opioiden, schwere Elektrolytstörungen. Andernfalls droht ein falsch-positiver Befund.

Substanzontologische Einordnung

Der Apnoetest ist ein Irreversibilitäts-Nachweisverfahren — er liefert eine medizinisch diagnostizierte Irreversibilität, nicht die ontologische Irreversibilität der Trennung von Leib und geistiger Substanz. Selbst eine umfassende klinische und apparative Hirntoddiagnostik beweist nur, dass die Funktion nicht zurückkehrt — sie beweist nicht, dass die Person als solche aufgehört hat zu sein.

Ontologische Einordnung

Oberklasse: Irreversibilitäts-Nachweisverfahren

Verbunden mit: Hirntodkriterium, Irreversibler Hirnfunktionsausfall, Maschinelle Lebenserhaltung

Quellenangaben


Generiert via Abfrage aus der Personseins-Ontologie.