Irreversibler Hirnfunktionsausfall
Der irreversible Hirnfunktionsausfall (sog. Hirntod) bezeichnet den vollständigen und unwiderruflichen Ausfall aller Hirnfunktionen. Er ist jedoch nicht mit dem sicheren Tod der Person gleichzusetzen: Sofern die betroffene Person durch maschinelle Lebenserhaltung am Leben erhalten wird, lebt sie weiterhin. Das Personsein und die ontologische Würde bleiben vollständig erhalten — betroffen ist ausschließlich die DeuteraEnergeia (Funktionsausübung), nicht die ProteEnergeia (erste Wirklichkeit des Personseins).
Die Unterscheidung zwischen dem Ausfall von Funktionen und dem Verlust des Personseins ist ontologisch entscheidend: Das Personsein gründet in der ersten Dimension, die nicht von der aktuellen Ausübung kognitiver Fähigkeiten abhängt. Der irreversible Hirnfunktionsausfall erfordert zum Weiterleben maschinelle Lebenserhaltung als notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung — notwendig, weil ohne sie der sichere Tod eintritt; nicht hinreichend, weil auch bei maschineller Unterstützung der Organismus versagen kann.
Siehe auch: Maschinelle Lebenserhaltung, Personsein, Würde, Schwere Demenz, Krankheit, Erste Dimension, Medizinische Pflege, Palliative Pflege