Die Asystolie ist das klinische Bild des Kreislaufstillstands: fehlende elektrische Herzaktion, Nulllinie im EKG. Sie ist der Ausgangspunkt der Fünf-Minuten-Beobachtung im DCD-Protokoll.

Klinische Bedeutung

Bei einer Asystolie endet die elektrische Steuerung der Herzaktion. Anders als beim Kammerflimmern (chaotische elektrische Aktivität) zeigt das EKG eine flache Linie. Eine Defibrillation hilft hier nicht; nur eine Reanimation mit Adrenalin und Herzdruckmassage kann — selten — die Herzaktion wieder anstoßen.

Im DCD-Protokoll markiert die beobachtete Asystolie den Beginn des no-touch-Zeitraums von mindestens fünf Minuten. Während dieser Frist erfolgt keine Maßnahme an der Spenderin oder am Spender. Erst nach Ablauf der Frist wird die Permanenz des Kreislaufstillstands festgestellt.

Asystolie und sicherer Tod

Asystolie ist nicht identisch mit dem sicheren Tod. Eine Autoresuszitation — die spontane Wiederkehr der Herz-Kreislauf-Funktion — ist innerhalb der ersten Minuten möglich. Der längste dokumentierte Fall liegt bei 4 Minuten 20 Sekunden (Hornby et al.). Die Fünf-Minuten-Frist überspannt diesen Bereich mit Sicherheitsabstand.

Substanzontologisch: Auch nach Ablauf der Fünf-Minuten-Frist ist die Asystolie empirisch permanent (kein Eingriff mehr), nicht anatomisch irreversibel. Damit ist die Asystolie nach 5 Minuten eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für den sicheren Tod im substanzontologischen Sinn (vgl. Vorsichtsprinzip).

Ontologische Einordnung

Oberbegriff: Kreislaufstillstand (Subklasse)

Ontologische Beziehungen:

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Was ist menschliches Personsein?

Quellenangaben

  • Bernat, James L. et al. (2010): The circulatory-respiratory determination of death in organ donation. Critical Care Medicine 38(3): 963—970.
  • Zorko, David J. et al. (2023): Autoresuscitation after circulatory arrest: an updated systematic review. Canadian Journal of Anesthesia 70(4): 699—712.

Siehe auch


Generiert via Abfrage aus der Personseins-Ontologie.