Unverschuldetes Leid
Unverschuldetes Leid ist Leid, das die Person trifft, ohne dass sie es durch eigene Schuld verursacht hat. Es stellt die schwerste Herausforderung für jede Ethik dar und verweist auf die Frage nach dem letzten Sinn des Leidens. Im unverschuldeten Leid zeigt sich die radikale Kontingenz und Verletzlichkeit des menschlichen Daseins in ihrer schärfsten Form.
Unverschuldetes Leid ist eine Unterform des Leids und lässt sich nicht durch Verweis auf eigene Schuld oder Kausalzusammenhänge auflösen. Die ontologische Würde der leidenden Person bleibt ungemindert. Die Personalistische Norm fordert, dem unverschuldet Leidenden nicht mit theoretischen Erklärungen, sondern mit personaler Zuwendung und Bejahung zu begegnen.
Siehe auch: Leid, Person, Würde, Kontingenz, Personalistische Norm, Palliative Pflege