Zur Würde des Menschen

Robert Spaemann: Über den Begriff der Menschenwürde (1987), in: Das Natürliche und das Vernünftige. Essays zur Anthropologie (Piper).

Spaemann zeigt in diesem Aufsatz, dass Menschenwürde kein leerer Begriff ist und keine bloße Konvention, sondern in der Wirklichkeit der Person gründet. Wer wissen will, warum die Würde des Menschen unantastbar ist — und zwar nicht nur als Rechtsnorm, sondern als Tatsache —, findet hier die philosophische Begründung.

Robert Spaemann: Grenzen. Zur ethischen Dimension des Handelns (Klett-Cotta, 2001).

Eine Sammlung von Aufsätzen, die zeigen, dass es im menschlichen Handeln Grenzen gibt, die nicht überschritten werden dürfen. Besonders aufschlussreich ist der Aufsatz „Sind alle Menschen Personen?“, in dem Spaemann die Position verteidigt, dass jeder Mensch — ohne Ausnahme — Person ist und dass das Gegenteil zu behaupten unausweichlich in Unmenschlichkeit führt.

Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1785).

Kants Grundlegung enthält die berühmte Formulierung: „Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“ In diesem Buch liegt eine der klarsten Formulierungen des Gedankens, dass der Mensch niemals bloßes Mittel sein darf. Allerdings sieht dieses Buch — anders als Kant — den Grund dieser Würde nicht allein in der Vernunft, sondern im Sein der Person selbst. Kants Grundlegung bleibt gleichwohl eine der wichtigsten Schriften der Moralphilosophie.

Tadeusz Styczen: Der Person gebührt Liebe (1998), in: Menschenwürde — Metaphysik und Ethik. Jubiläumsband.

Styczen, ein Schüler Wojtyłas und Kenner der personalistischen Tradition, formuliert den Kern der Sache in einem einzigen Satz: Der Person gebührt Liebe. Das ist keine sentimentale Behauptung, sondern eine philosophische Einsicht: Die einzig angemessene Antwort auf die Wirklichkeit einer Person ist Liebe — nicht als Gefühl, sondern als Bejahung ihres Seins.

Vollständige bibliographische Angaben im Literaturverzeichnis.


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