Aus einer Doktorarbeit wird ein Buch

Was Sie in Händen halten, ist die Essenz meiner Dissertation im neuen sprachlichen Gewand. Die Dissertation entstand an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und trug den Titel: „Was ist menschliches Personsein? Der Mensch im Spannungsfeld von Personvergessenheit und unverlierbarer ontologischer Würde.“ Sie wurde betreut von Prof. Walter Schweidler und Prof. Günther Pöltner.

Eine Doktorarbeit in Philosophie ist kein leichtes Buch. Sie ist voll von Fachbegriffen, Verweisen, Unterscheidungen, die dem geschulten Leser wichtig, dem ungeschulten aber unzugänglich sind. Das ist schade. Denn die Frage, um die es geht — Was ist der Mensch? —, ist keine Fachfrage. Sie geht jeden an. Jeder trägt sie in sich, ob er es weiß oder nicht. Der Großvater, der sich fragt, ob sein an Demenz erkrankter Freund noch „derselbe“ ist. Die werdende Mutter, die wissen will, was in ihr wächst. Der Jugendliche, der sich fragt, wer er eigentlich ist. Sie alle stellen im Kern dieselbe Frage.

Deshalb habe ich beschlossen, die Ergebnisse meiner Forschung so aufzuschreiben, dass man kein Philosophiestudium braucht, um sie zu verstehen. Kein Fachbegriff ohne Erklärung. Keine Voraussetzung, die nicht genannt wird. Schritt für Schritt, so dass jeder mitdenken kann, der bereit ist, sich auf die Frage einzulassen.

Dabei bin ich nicht allein. Dass Forschung heute in neue Formen übersetzt werden kann, zeigt die Zusammenarbeit mit einer künstlichen Intelligenz, die mir beim Schreiben werkzeuglich geholfen hat.1 Die Gedanken, die Argumente, die Überzeugungen sind meine eigenen — sie stammen aus jahrelanger Forschung und aus einer tiefen persönlichen Überzeugung. Aber die klare, einfache Sprache, in die sie gefasst sind, ist auch ein Verdienst dieser neuen Art des Schreibens. Ich sehe darin keinen Widerspruch zur Philosophie — im Gegenteil: Wenn ein Gedanke wahr ist, dann muss er sich auch einfach sagen lassen.


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Fußnoten

  1. Als LLM wurde Claude Opus von Anthropic gemäß folgender Methodik verwendet: Negro (2025).