Das logische Sein bezeichnet einen eigenen Seinsmodus für rein logische Bedeutungseinheiten — Begriffe, Propositionen, Schlüsse, Schlussformen. Alexander Pfänder hat diese Sphäre in seiner Logik (4. Aufl. 2000) tief analysiert; Roman Ingarden und Josef Seifert (2014) führen sie als eigenständigen Seinsmodus neben realem, idealem, möglichem und intentionalem Sein.

Logische Entitäten sind keine realen Dinge (sie haben keinen Raum und keine Zeit), keine idealen Wesenheiten (sie sind nicht die Essenzen realer Dinge), keine fiktionalen Objekte (sie hängen nicht von einem konstituierenden Akt ab) und keine bloßen Möglichkeiten. Ein Syllogismus, ein Begriff, eine Proposition haben ihre eigene Seinsweise: sie sind Bedeutungseinheiten mit eigenen Strukturmerkmalen (Wahrheitsfähigkeit, Gültigkeit, Konsistenz).

Abgrenzung zum Realismus: Auch im logischen Sein gelten objektive Strukturen — der Satz vom Widerspruch, das Modus-Ponens-Schema, die Subjekt-Prädikat-Form. Diese sind nicht subjektive Konventionen, sondern objektive Verfasstheiten des logischen Bereichs.

Für die Personseins-Ontologie ist die Abgrenzung wichtig: Personen existieren im realen Sein, nicht im logischen. Begriffe von Personen, Aussagen über Personen, Schlüsse über Personen sind logische Entitäten — aber Personen selbst sind keine Bedeutungseinheiten.

Ontologische Einordnung:

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Was ist menschliches Personsein?

Quellenangaben:

  • Seifert, J. (2014): Ontological Categories: On Their Distinction from Transcendentals, Modes of Being, and Logical Categories, Anuario Filosófico 47(2), S. 338–340.
  • Pfänder, A. (2000): Logik (4. Aufl.). Universitätsverlag Carl Winter, Heidelberg.
  • Ingarden, R. (1964/65): Der Streit um die Existenz der Welt, Bd. I–II. Niemeyer, Tübingen.

Siehe auch: