🇬🇧 English version: Intentional Being

Das intentionale Sein bezeichnet einen eigenen Seinsmodus für Entitäten, die nur als Objekte intentionaler Akte existieren. Roman Ingarden hat sie als „rein intentionale Gegenstände” beschrieben; Josef Seifert hebt sie 2014 als eigenständigen Seinsmodus neben dem realen, idealen, möglichen und logischen Sein hervor.

Beispiele für intentionales Sein: fiktionale Personen wie Don Quijote oder Hamlet, juristische Personen wie Körperschaften und Stiftungen, narrative Entitäten in literarischen Werken. Diese sind seinsabhängig von einem bewussten Akt oder einer Bedeutungseinheit. Werden sie nicht mehr gedacht, gelesen oder rechtlich konstituiert, schwinden sie als solche.

Bioethische Konsequenz für den Personbegriff: Die Person im strengen Sinn existiert ausschließlich im realen Sein — nicht im intentionalen. Eine „juristische Person” ist deshalb keine Person im personalontologischen Sinn, sondern ein intentionales Konstrukt. Diese Unterscheidung blockiert die rhetorische Strategie, KI-Systemen Personenstatus auf Grundlage von Funktionsanalogien zuzusprechen.

Die fünf Seinsmodi (real, ideal, möglich, intentional, logisch) schließen sich nach Seifert gegenseitig aus: ein und dasselbe Seiende kann nicht zugleich in zwei dieser Modi existieren.

Ontologische Einordnung:

Ontologische Beziehungen:

  • Personen existieren nicht im intentionalen Sein (Restriktion: Person hatSeinsmodus hasValue RealesSein)

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Was ist menschliches Personsein?

Quellenangaben:

  • Seifert, J. (2014): Ontological Categories: On Their Distinction from Transcendentals, Modes of Being, and Logical Categories, Anuario Filosófico 47(2), S. 341–343.
  • Ingarden, R. (1964/65): Der Streit um die Existenz der Welt, Bd. I–II. Niemeyer, Tübingen.

Siehe auch: