Die Meiose ist die spezialisierte Zellteilung der Keimbahn, die den diploiden Chromosomensatz halbiert und so die Gameten hervorbringt.
Ontologische Einordnung
- ist ein Ereignis in der Keimbahn
- ist disjunkt zur Mitose, der regulären Kernteilung
- hat Teil: Reduktionsteilung und meiotische Rekombination
- ist Voraussetzung der Etablierung der genomischen Prägung
Was die Meiose leistet
Sie ist kein bloßer Teilungsvorgang, sondern ein Programm, das drei Dinge zugleich sicherstellt:
- Paarung der Homologen. Die beiden Kopien jedes Chromosoms — eine mütterliche, eine väterliche — finden einander und werden physisch aneinandergebunden.
- Rekombination. Die gepaarten Homologen tauschen beim Crossing-over Abschnitte aus. Das erzeugt genetische Neuheit und stiftet zugleich die physische Verbindung, über die die Paare in der Teilungsspindel unter Zug geraten.
- Geordnete Verteilung. Weil die Homologen gepaart sind, wandert von jedem Paar genau eines zu jedem Pol.
Das Ergebnis ist ein vollständiger haploider Satz, nicht bloß ein zahlenmäßig halbierter. Diese Unterscheidung trägt die ganze Last bei der Bewertung künstlicher Verfahren: Euploidie ist eine Aussage über die Zusammensetzung, nicht über die Anzahl.
Warum sie sich nicht ersetzen lässt
Verfahren, die eine Körperzelle in eine Keimzelle verwandeln wollen, müssen die Halbierung irgendwie bewerkstelligen. Zwei Wege stehen offen.
Der eine führt die Zellen in die Keimbahn zurück, sodass sie eine echte Meiose durchlaufen — das ist der Weg der In-vitro-Gametogenese über Stammzellen; bei der Maus ist er gegangen worden. Der andere erzwingt die Teilung in einem entkernten Eizellzytoplasma, ohne das Programm nachzubauen — das ist die Mitomeiose. Dort fehlt die Paarung, und ohne Paarung entscheidet jedes Chromosom unabhängig. Eine geordnete Verteilung nach künstlich erzwungener Reduktionsteilung ist bislang in keiner Spezies gelungen.
Alterung
Die weibliche Meiose beginnt vorgeburtlich, ruht über Jahrzehnte und wird erst mit dem Eisprung abgeschlossen. Der Zusammenhalt der Chromosomenpaare lässt über diese Zeit nach — der Grund für die mit dem mütterlichen Alter steil steigende Aneuploidierate menschlicher Eizellen. Auch die natürliche menschliche Meiose ist bei der Verteilung also auffallend fehleranfällig; „gelöst” hieße für ein künstliches Verfahren nicht „fehlerfrei”, sondern „auf dem gewohnten Niveau”.
Siehe auch
- Keimbahn, Gamet, Eizelle
- Genomische Prägung
- Mitomeiose, In-vitro-Gametogenese
- Somatischer Zellkerntransfer (SCNT)
- Befruchtung
Quellenangaben: Generiert via Abfrage aus der Personseins-Ontologie. Recherchestand 27. Juli 2026.