Aktive Potenz

Der einem Seienden intrinsische, wesenseigentümliche Entwicklungshang, etwas zu werden oder zu aktualisieren, was noch nicht verwirklicht ist (z. B. die Potenz des Embryos, rationales Verhalten zu entwickeln). Die aktive Potenz ist von der Passiven Potenz streng zu unterscheiden: Während die passive Potenz lediglich das Vermögen bezeichnet, von außen verändert zu werden, bringt die aktive Potenz die Verwirklichung aus sich selbst hervor.

Für die Personalontologie ist die aktive Potenz von zentraler Bedeutung: Der Embryo besitzt die aktive Potenz zum Personverhalten — nicht weil ihm etwas von außen hinzugefügt werden müsste, sondern weil das rationale Lebensprinzip (Seele) von der Empfängnis an intrinsisch wirksam ist (vgl. Bexten 2017, S. 170–178).

Ontologische Einordnung:

Ontologische Beziehungen:

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Personsein

Siehe auch: Passive Potenz, Potenz, Akt und Potenz, Personsein, Personverhalten, Embryo, Erste Dimension, Kompetenz